Solltest du “Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben, lesen?” Kurze Antwort: Ja, auf jeden Fall! Warum? Das erkläre ich dir jetzt.
Worum es geht:
Nina ist fast 50, arbeit als unterbezahlte Produktionsassitentin für eine Krimiserie in Berlin. Sie hat sich vor kurzem von ihrem wohlhabenden Mann Phil scheiden lassen und musste vom schicken Grunewald in den Wedding ziehen. Ninas Alltag ist geprägt von finanziellen Sorgen, familiären Spannungen und einem wenig erfüllenden Berufsleben, in dem sie vergeblich versucht, den übergriffigen Hauptdarsteller der Serie zur Rechenschaft zu ziehen.
Auf einer Familienfeier lernt sie den 20 Jahre jüngeren David kennen und verliebt sich in ihn. wischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung, die Nina emotional herausfordert und gesellschaftliche Konventionen infrage stellt.
Themen:
- Altersunterschiede in Beziehungen und die unterschiedliche gesellschaftliche Meinung bei Frauen und Männern
- Familiäre Dynamiken (Scheidung, Patchwork-Familie, Mutter-Tochter-Beziehung, Geschwisterbeziehung)
Warum der Roman lesenswert ist:
Die Protagonistin ist lustig und authentisch, sie ist keine glattgebügelte, perfekte Frau, sondern eine, die noch mit 50 mit ihrem Leben hadert. Die mit den Wechseljahren kämpft, sich einsam fühlt und begehrt werden will. Anika Decker hat keine platte Liebesgeschichte geschrieben, sondern wirft ein Schlaglicht auf gesellschaftliche Probleme. Und natürlich: Es macht Spaß! Der Roman ist witzig und schlagfertig.
Was mir gefehlt hat
Eine sehr spannende Nebenfigur ist Ninas Schwester Lena. Sie ist Mutter von zwei Töchtern und würde gerne eine perfekte Mutter sein, eifert den anderen Frauen in Grunewald nach. Ihre Geschichte hätte für mich noch umfangreicher sein dürfen.

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